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Der kindliche Fuß

Der kindliche Fuß verdient die ganz besondere Aufmerksamkeit des Orthopäden. Nur wenn er sich gesund entwickeln kann, bildet er ein stabiles Fundament für den Körper. Kinderfüße sind sehr formbar, sehr weich und sehr empfindlich. Im Rahmen einer groß angelegten Studie wurde zuletzt herausgestellt, dass 80% der Kinder unpassende Schuhe tragen – wider Erwarten sind die meisten Schuhe jedoch nicht zu knapp bemessen, sondern zu groß.

Bei jedem Schritt müssen unsere Füße ein Mehrfaches des Körpergewichtes abfedern, um die Wirbelsäule und die Gelenke zu entlasten. Unsere Füße tragen uns im Laufe unseres Lebens etwa vier Mal um die Erde, also etwa 282.743 Kilometer weit.

Wenn mit den Füßen etwa nicht stimmt, wirkt sich dies schnell auf den gesamten Körper des Kindes aus. Dabei geht es nicht nur um die Beinmuskulatur und um die Gelenke, sondern sogar die Konzentration und Aufnahmefähigkeit der Kinder kann, vor allem bei Bewegungsmangel, leiden.

Kinderfüße wachsen bei Mädchen zwischen 5 und 12 Jahren und bei Jungen zwischen 5 und 14 Jahren im Schnitt 9 mm pro Jahr, manchmal aber auch wesentlich schneller. Erst mit dem 16. Lebensjahr sind die Füße ausgewachsen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben Haltungsschäden bei Kindern erheblich zugenommen. Einer der Gründe ist Bewegungsmangel. Ob in der Schule, bei den Hausaufgaben, vor dem Fernseher oder bei Computerspielen – unsere Kinder sitzen durchschnittlich rund 8,5 Stunden am Tag. Hierdurch wird auch die Muskulatur der Füße und Beine schlapp. Spreiz-, Senk- und Plattfüße sind eine häufige Folge.

Ein weiteres Problem folgt auf dem Fuße: Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen, das Fehlstellungen von Füßen, Hüften und Knien begünstigt.

Um der Entstehung von Fußfehlformen vorzubeugen, sollte bei der Schuhauswahl darauf geachtet werden, dass Kinderschuhe leicht und atmungsaktiv sind, eine elastische Sohle und eine stabile Fersenkappe haben. Sie sollten optimal passen, deshalb ist es wichtig, regelmäßig zu kontrollieren, ob die Füße nicht schon rausgewachsen sind. Denn die Kinder selbst merken dies oft viel zu spät.

Da der Fuß bei Belastung bis zu 3 mm länger und bis zu 10 mm breiter wird, sollte die Schuhinnenlänge 12 mm, aber nicht als länger als 17 mm länger als die Fußlänge sein.

Um kindlichen Fußfehlstellungen, Druckstellen, Schwielenbildungen und Hornhautbildungen vorzubeugen, ist also die Wahl des richtigen Schuhwerks besonders wichtig.

Eine Kräftigung der Fußmuskulatur, z. B. durch Barfußlaufen, stabilisiert das Fußgewölbe. Auch Balancieren, Klettern, Gleichgewichtsübungen und nahezu jegliche Art von Bewegung und Sport machen die Füße fit.

Um Probleme wie Fehlstellungen rechtzeitig zu erkennen, ist es wichtig, die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder wahrzunehmen. Wenn bereits Schäden oder Fehlentwicklungen eingetreten sind, können mitunter auch Krankengymnastik und spezielle Schuheinlagen helfen.

Übungen zur Kräftigung der Muskulatur von Kinderfüßen können auch ohne Probleme im häuslichen Bereich selbständig durchgeführt werden. Entsprechende Übungsanleitungen erhalten Sie auf Nachfrage in unserer Praxis.

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